Ist das Kunst oder kann das weg?

Ist das Kunst oder kann das weg? Dieser Spruch kam mir in den Sinn, als ich „Der Totenkünstler“ von Chris Carter verschlungen habe. Verschlungen ist das richtige Wort, denn dieser Thriller ist schnell zu lesen und für den einen mehr, für den anderen weniger bekömmlich.

„Der Totenkünstler“ ist der vierte Thriller von Chris Carter. Die ersten drei „Der Kruzifix Killer“, „Der Vollstrecker“ und „Der Knochenbrecher“ sind mir noch nicht bekannt. Auf den Thriller bin ich alleine auf Grund des Titels und des Klappentextes aufmerksam geworden:

„Erkenne dein Wissen. Lindere die Schmerzen. Mit Taten, so kalt und rein. – Die Angst geht um beim Los Angeles Departement. Wer von ihnen wird das nächste Opfer sein? Ein brutaler Killer tötet Polizisten und formt aus ihren Körpern abscheuliche Figuren. Er versteht sich als Künstler. Und genau da setzen Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia mit ihren Ermittlungen an. Hunter weiß, wie Mörder denken. Und das könnte sein Todesurteil sein.“

Den Thriller kann man gut losgelöst von den ersten dreien lesen. Denn erst nach der Lektüre habe ich gelesen, dass es bereits drei Vorgänger gab. Diese drei werden aber bei Gelegenheit auch den Weg in mein Regal finden. Wenn Carter die Handlungen, Gedanken und Deduktionen seiner Hauptfigur beschreibt, weiß er wovon er schreibt. In den Angaben zur Biographie steht, dass er in Michigan forensische Psychologie studiert hat und sechs Jahre lang im Psychologenteam der Staatsanwaltschaft gearbeitet hat. Zwar machte er später als Musiker Karriere, aber ein wenig Berufserfahrung und Hintergrund ist vorhanden.

Nun aber endlich etwas mehr zum Buch selbst. Viele mögen stöhnen, dass es mal wieder ein besonders brutaler Thriller sei, der nur auf Blut und Schock aus ist. Oder aber: Wieder einmal ein Thriller, in dem der Protagonist besonders begabt ist und doch wieder viele schlechte Erfahrungen auf dem Buckel hat, an denen er zu knacken hat.

Ich muss zugeben, dass mir der erste Gedanke nicht gekommen ist. Die „Kunstwerke“ sind detailliert geschildert. Sie erfahren dabei allerdings eine Nüchternheit, die dem sachlich-analytischem Blick von Hunter entspricht, der über solch eine Skulptur fährt. Sowohl die Skulptur als auch der Zustand der Leiche haben mich gleichzeitig gruseln lassen. Diesen Teil fand ich insgesamt eher interessant. Bei Hunters Begabung musste ich doch kurz die Augen verdrehen, als sie so direkt erwähnt wurde. Aber im Verlauf der Geschichte selbst, wird sie nicht mehr herausgehoben und immer wieder benannt. Hunter ist einfach ein Profiler, der das Rätsel knacken möchte. Und das Rätsel samt der Geschichte, die sich darum entspinnt, ist wirklich interessant. Auch Hunters Gedankengänge, die der Leser nachvollziehen kann, erhöhen die Spannung eher.

Das einzige, das mich ein wenig gestört hat, ist der Schluss. Eine überraschende Wendung gehört zu jedem guten Thriller und Krimi dazu, aber in diesem hier schmeckte sie mir nicht so sehr. Ich hatte schon geahnt, wer hinter den Kunstwerken steckte, habe es aber immer wieder verworfen, da es einfach zu abstrus war. Vor allem wenn man die Ausführungsweise der Taten in Hinblick auf die Brutalität sieht. Das ist in meinen Augen nicht stimmig.

Also: Ist das Kunst oder kann das weg? Das Buch kann eindeutig nicht weg, es ist Kunst für mich. Die Skulpturen des Täters…. nun, die sollten wohl mit der Zeit weg, ansonsten fangen sie noch an zu riechen, egal wie durchdacht sie sind. P1000896 (332x450)

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4 Gedanken zu „Ist das Kunst oder kann das weg?

  1. Endlich mal jemand, der für dieses Buch nicht schwärmt. Ich hab es gelesen, weil es so hochgelobt wurde. Meine Meinung über das Buch kann ich aber nicht öffentlich darlegen, weil es Worte beinhaltet, die zensiert werden müssten 😉

    1. Hallo mariapd,
      ich fand den Thriller ja nicht schlecht, aber er hat auch ein paar Schwächen. Insgesamt bin ich noch auf die Vorgänger gespannt, da mir Hunter doch sympathischer war, als anfangs gedacht. LIest du insgesamt häufig Thriller?
      LIebe Grüße und einen schönen JAhresstart wünsche ich dir. 🙂

  2. Hallo imandra,
    ich lese überwiegend Thriller und Krimis, ja. Zwar brauche ich ab und zu eine Abwechslung von Leichen und Morden, aber ich schätze 8 von 10 Büchern sind bei mir Krimis/ Thriller.
    Liebe Grüße
    Maria

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