Schattenflügel

Im letzten Jahr fiel mir das Jugendbuch „Schattenflügel“ von Kathrin Lange in die Hände. Es hat mich alleine durch die Aufmachung überzeugt. Das schöne Cover mit der violett-pinken Libelle und die Blumenzeichnung im Hintergrund machen viel her zusammen mit dem gelben Band, auf dem „Crime Scene“ steht. Dazu passte dann auch der Klappentext, den ich sehr ansprechend fand. Aber lest einmal selbst:

„Kim hat sich verliebt. Dass der attraktive Lukas auch ihre ältere Schwester Nina gekannt hat, ahnt sie jedoch nicht. Zwei Jahre ist es her, dass man Nina ermordet aufgefunden hat. Der Mörder hatte ihr eine schillernde Libelle auf das Gesicht gelegt. Seitdem wird Kim jedes Mal schlecht, wenn sie auch nur ein Bild dieses Insekts sieht. Obwohl sie sich zu Lukas hingezogen fühlt, zweifelt Kim immer wieder, ob sie ihm trauen kann. Denn Lukas schweigt über seine Vergangenheit. Da verschwindet erneut ein Mädchen. Man findet sie tot – in ihrer Hand liegt eine zerdrückte Libelle.“

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Die Zielgruppe dieses Thrillers sind Jugendliche. Also waren meine Erwartungen nicht so hochgeschraubt, als wenn ich zeitgenössische Literatur lese. Dennoch konnte mich dieser Roman nicht überzeugen. Die Geschichte beginnt erst noch ganz nett. Die Figurenzeichnungen sind recht gut gelungen und man fühlt sich teilweise in die Schulzeit zurückversetzt. Selbst die kleine Liebesgeschichte, die sich zwischen Lukas und Kim anbahnt, lässt mich immer wieder schmunzeln. Um der Einordnung „Thriller“ gerecht zu werden, schafft die Autorin zum Ende des Buches hin auch einen Spannungsaufbau mit Höhepunkt, der Leser begeistern könnte, welche noch keine Langeweile beim Lesen des Buches verspüren.

Denn genau diese Langeweile kam bei mir schnell auf. Dieses lag an dem Aufbau der Geschichte im Roman selbst. Die Geschichte ist sehr geradlinig aufgebaut, ohne dass es interessante Nebenschauplätze gibt, die ein wenig Auflockerung und zusätzliche Verwirrung mit hineingebracht hätten. Es gibt in diesem Thriller einfach nur die eine Geschichte und diese wird derart erzählt, dass ich als Leser noch nicht einmal mit raten musste, wer der Täter bzw. Mörder am Ende gewesen ist. Er lag für mich relativ früh auf der Hand. Dadurch wirkten vermeintlich spannende Szenen vor dem eigentlichen Höhepunkt nach meinem Empfinden einfach nur öde. Der schlichte Schreibstil, der mich bei einigen Autoren durchaus begeistern kann, passte hier sehr gut zu der geradlinigen Geschichte und förderte meine Langeweile beim Lesen des Buches. Zudem erinnere ich mich nicht, dass die Verwendung des Symbols der Libelle am Ende überhaupt aufgeklärt worden ist. Vielleicht gab es dazu Hinweise, doch dafür müsste ich den Roman noch einmal lesen. In Erinnerung ist es mir nicht geblieben. Meine Anfangserwartungen sind somit nicht erfüllt worden. Noch nicht einmal in Ansätzen.

Fazit:
„Schattenflügel“ ist ein Jugendthriller, der durch eine zu geradlinige und einfache Geschichte geprägt ist. Der Klappentext verspricht mehr Spannung, als der Roman halten kann. Bei diesem Thriller sollte man sich nicht durch die Aufmachung blenden lassen.
Vermutlich werde ich demnächst bei Thrillern des Arena-Verlags skeptischer sein, da es bereits mein zweiter ist, der mich nicht überzeugen konnte.

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