Skogland – Kirsten Boie

Seit mehreren Jahren gibt es sehr viele Jugendbücher auf dem Buchmarkt und es gibt auch immer einige Perlen darunter. Aus einem Bücherregal nahm ich mir „Skogland“ von Kirsten Boie mit, da mir der Klappentext zusagte. Zudem erinnerte mich alleine der Titel schon an Skandinavien mit seinen Wäldern und Seen. Eine Ecke in Europa, die ich gerne noch weiter bereisen würde. Ansonsten hatte ich von der deutschen Autorin aus Hamburg noch nichts gelesen oder gehört. Ich ließ mich einfach überraschen.

Der Klappentext:

„Ausgerechnet die schüchterne Jarven kommt bei einem Film-Casting in die letzte Runde. Die endgültige Entscheidung über die Hauptrolle soll in Skogland fallen. Dort wartet auf Jarven eine Überraschung: Sie sieht Malena, der Prinzessin von Skogland, unheimlich ähnlich und soll sie bei einem Empfang vertreten. Aber dann überstürzen sich die Ereignisse und Jarven erkennt, dass sie nur der Spielball in einem heimtückischen Plan ist…“

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Kirsten Boie schafft es im ersten Teil gut, Jarvens Probleme mit ihrer Mutter aufzugreifen. Denn eigentlich ist ihre Mutter häufig besorgt um sie, so dass Jarven nicht sehr viele Freiheiten genießt, im Gegensatz zu ihrer Freundin. Umso aufregender ist es für sie mit ihrer Freundin das Casting überhaupt mitzumachen hinter dem Rücken ihrer Mutter. Das, was nach dem Casting in Skogland auf sie wartet,  hätte sie sich niemals erträumt. Relativ bald findet sie heraus, was es mit dem Casting und der Prinzessin Malena auf sich hat und nun beginnt erst Recht das Abenteuer. Ihre Mutter erreicht sie nicht persönlich, nur per Textnachricht und von Skogland hatte sie bis auf das Casting auch noch nie gehört. Aber das kleine Königreich hat Probleme wie jeder andere Staat auch. Und so gerät Jarven sogar zwischen zwei Bevölkerungsgruppen und sie legt eine spektakuläre Flucht (teilweise auch nach vorne) hin, um für den Frieden im Land und für Malena zu kämpfen. Wie ihre eigene Familie und ihre Mutter hineinpassen, lernt sie außerdem kennen. Denn Skogland ist für ihre Mutter keineswegs unbekanntes Terrain…

Neben der Handlung, die für einen Erwachsenen teilweise doch vorhersehbar ist, aber dennoch unterhaltsam mit einem leichten Sog zu lesen, gefiel mir an diesem Roman sehr gut, dass er die Probleme von Jugendlichen, etwas Fantasy (mit dem fiktiven Skogland) auch politische Themen und Probleme anspricht. Die überholte Tradition von Königshäusern, Bürger eines Landes die sich gegen das Königshaus aussprechen, so dass sich zwei Gruppen gegenüberstehen, aber auch die Diskrimierung von Minderheiten, Armut, Reichtum, Arbeiter und wohlhabende Bürger sowie Ausnutzung von Menschen wird angesprochen, ohne dass es belehrend wird. Es ist einfach der Auslöser für Jarvens Abenteuer ebenso wie die Freundschaften, die sie in dieser Zeit aufbaut.

Fazit: Meiner Meinung nach hätte dem Roman gut getan, wenn einige Figuren noch besser ausgebaut worden wären und die Geschichte weniger vorhersehbar gewesen wäre. Aber das mag für einige Jugendliche auch anders sein. Insgesamt ein solider Jugendroman, vor allem für Mädchen so ab 14 Jahren, den ich für dieses Alter empfehle. Besonders, weil auch die Politik mit ins Sipel kommt, ohne dass dieser Bereich trocken rüberkommt. Als Erwachsene kann man jedoch auch etwas enttäuscht sein.

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