Sühneopfer – Patrick Graham

Nach dem Einkauf führt mich mein Weg häufig an dem öffentlichen Bücherregal in meinem Supermarkt entlang. In der letzten Zeit sprang mich der Thriller „Sühneopfer“ an. Sowohl das Titelbild als auch der Klappentext waren vielversprechend. Und ich hatte mal wieder Lust auf einen Thriller, der mich mitreißt und bei dem sich Zusammenhänge langsam klären. Vielleicht würde mich dieser Thriller auch ein wenig erschaudern lassen? Ich habe mich von dem mir bisher unbekannten französischen Autor überraschen lassen.

Der Klappentext zu „Sühneopfer“ sagt folgendes aus:

„Peter Shephard hat alles, was man sich nur wünschen kann: ein großes Haus, eine liebende Ehefrau und zwei süße Töchter. Doch manchmal überkommen ihn Panikattacken. Er fürchtet den Tag, an dem die Wahrheit ans Licht kommt und alle, die er liebt, in den Tod reißen wird. Und als ein Fremder seine Frau und seine Töchter brutal ermordet, wird er an das Versprechen erinnert, das sich zwanzig Jahre zuvor in den dunklen Verliesen einer Zuchtanstalt sechs Kinder gegeben haben. Ein Pakt, den er verraten hat. Es ist für ihn an der Zeit, Buße zu tun …“

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Den aussagekräftigen Klappentext hatte ich nicht mehr vor Augen, als ich das Buch zu lesen anfing. Vielleicht hätte ich dann ein paar Einzelheiten besser in mein Gesamtbild eingliedern können, da der Klappentext schon auf viele Handlungen im Buch Bezug nimmt.

Zu Beginn wird dem Leser der Protagonist Peter Shephard vorgestellt, der auf mich mit seinen Endzeitgedanken bei Erdbeben nicht wirklich sympathisch wirkt. Und die Panikattacken und seine Handlungen im Verlauf der Geschichte lassen mich auch etwas daran zweifeln, ob er wirklich ein sehr angesehener Anwalt sein kann. Nach der etwas mühsamen Vorstellung wird es spannender. Denn Peters Frau und Kinder werden ermordet, was er am Telefon live mitbekommt. Sein Drang nach Selbstjustiz lässt ihn losziehen und den Mörder sowie seine Frau und die Töchter suchen.  Auch hier sind seine Rachegedanken weiterhin vorhanden. Dieser Erzählstrang verlor für mich jedoch bald seinen Reiz. Durch die verstärkte Innensicht auf den Protagonisten schlief er regelrecht ein.

Aber es gibt noch einen anderen Erzählstrang, in dem der Leser von Peters Vergangenheit erfährt, so auch von der Zuchtanstalt, auf die im Klappentext bereits Bezug genommen wird. Diese Erzählung wurde zunehmend spannender, da die Zuchtanstalt grausam gestaltet war. Man würde weder als Kind oder Jugendlicher noch als Erwachsener gerne dort gelebt haben. In diesem Teil zeigt Graham meiner Meinung nach, dass er mitreißend erzählen und eine Idee gut ausgestalten kann, im Gegensatz zum Handlungsstrang, der in der erzählerischen Gegenwart spielt.

Am Ende führt Graham die beiden Stränge zusammen. Diese war insgesamt in Ordnung, aber nicht sehr gelungen. Einige Fragen hatten sich geklärt, aber vieles blieb für mich auch im Unklaren. Sowie das Motiv des Täters, der Shephards Familie getötet hatte. Zudem konnte Peter nur als Jugendlicher Sympathiepunkte bei mir erlangen. Dabei muss ein Protagonist nicht immer sympathisch sein. Aber die Figur selbst sollte gut und überzeugend gezeichnet sein. Und das fehlte für mich hier zum Teil.

Fazit: Graham schreibt einen Thriller in leichter Sprache mit dem recht interessanten Thema „Zuchtanstalt und dessen Missbrauch“. Eine Warnung muss ich aber für diejenigen Leser aussprechen, die allergisch auf Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Tiere reagieren. Denn diese Handlungen werden hier durchaus auch beschrieben, mal mehr, mal weniger genau. Leider wechselten sich schlechtere und gute Passagen ab, so dass ich am Ende einen durchwachsenen Eindruck von dem Roman habe. Aufgrund der guten und spannend erzählten Abschnitte, würde ich dem Autor aber durchaus noch eine Chance geben.

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