Himmelssturz – Gregor Hens

Der Roman „Himmelssturz“ hat mich neugierig gemacht, da der Klappentext eine Beziehungsgeschichte propagiert, bei der das Paar Skye und Farald sich auseinanderleben, während ihr Traumhaus gebaut wird. Je fertiger das Haus wird, desto schlechter steht es um die Beziehung. Somit landete es kurzerhand in meinem Bestand. Denn das Thema interessierte mich und noch mehr die Umsetzung.

Klappentext:

„Skye und Farald sind das ideale Paar: sie attraktive Tochter aus gutem Hause und beruflich höchst erfolgreich, er angesehener Professor an einer renommierten amerikanischen Universität. Von einem befreundeten Architekten lassen sie sich ihr maßgeschneidertes Traumhaus bauen. Doch je weiter der Bau voranschreitet, umso klarer wird, dass sie niemals gemeinsam in diesem Haus leben werden.“

cof

Der Roman beginnt mit einem offenen Anfang in der brütenden Hitze des Hochsommers in Oklahoma. So lernt der Leser Farald kennen, aus dessen Sicht die ganze Geschichte erzählt wird. Wir begleiten ihn durch den gesamten Roman hindurch. Dabei sind die Handlungsorte vor allem die Universität und das Universitätsgelände,  ein wenig die Wohnung von ihm und Skye, und kurzzeitig mal der Hausneubau. In der Universität, in der gerade Semesterferien sind, sucht Helene den Professor Farald auf. Sie ist eine Studentin, die er bereits aus einem Seminar kennt. Sie beginnt ihm eine Geschichte zu erzählen, die nach und nach auch Anknüpfungspunkte an Faralds Leben bereithält und wie Helenes Lebensgeschichte wirkt. Somit hat der Leser insgesamt das Gefühl, dass die brütende Hitze, die die Beschreibungen in der Geschichte auseinanderzieht, durch diese Rückblenden regelrecht durchbrochen wird und somit etwas Leben eingehaucht bekommt. Die Beziehung von Skye und Farald stellt sich nämlich eher trocken und nüchtern dar. Zwei Personen, die aneinander vorbeileben. Insgesamt erfährt der Leser etwas über Faralds Leben, seine Freunde, vor allem den Architekten Antolin, der auch die Universität gebaut und gestaltet hat und Helene. Dabei kommt die Beziehung zwischen Skye und Farald zu kurz und wirklich Fahrt nimmt die Geschichte auch nicht auf. Am Ende des Buches hatte ich das Gefühl den Höhepunkt überlesen zu haben, oder gab es ihn gar nicht?

Sprachlich schreibt Hens sehr angenehm, so dass ich immer noch drangeblieben bin und gehofft habe, dass die Handlung mich noch packt. Leider hat sie das nicht geschafft. Aber ich habe gemerkt, wie sehr Hens in der Beschreibung von architektonisch interessanten Gebäuden aufgeht. Darin konnte er sich recht gut auslassen wie auch bei der Beschreibung der Sommerhitze. Den Titel kann ich mir nur so erklären, dass ein Paar seine Liebe zueinander verliert und somit quasi aus dem Himmel stürzt. Aber richtig zufriedenstellend habe ich auch hier keinen Zusammenhang feststellen können. Denn es war kein derartiges Ereignis, das den Verlust der Liebe wirklich als Sturz darstellt. Es war eher ein Hinaustreten aus der Beziehung eines Paares.

Fazit: Die Neugier einen Grund oder eine Situation zu erfahren, die zum Bruch des Paares geführt hat, hat mich vorangetrieben den Roman immer weiter zu lesen. Aber letzten Endes stellte sich heraus, dass die immer wieder aufkommende Langeweile, die nur durch schöne Schilderungen durchbrochen war, sich nicht vertreiben ließ. Die Handlung nimmt keine Fahrt auf und selbst die Parallelen in Helenes Geschichte zu Faralds Geschichten überraschen kaum noch. Warum mehrere Rezensionen den Roman als „Ein grandioses Debüt!“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) bezeichnen, bleibt mir ein Rätsel. Kurzum:  Handlungsaufbau und Idee sind nett, aber die Umsetzung ist genauso lähmend wie die Hochsommerhitze in Oklahoma.

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