Der Todeskünstler geht um

In der letzten Zeit fand das Buch „Der Todeskünstler“ von Cody McFadyen zu mir. Es ist der zweite Band um die Smoky Barrett. Den ersten Band „Die Blutlinie“ hatte ich bereits gelesen und war nicht ganz so angetan. Auf diese Reihe bin ich zum einen durch Mundpropaganda von Freunden aufmerksam geworden, aber auch durch den Ruf, dass die Thriller von McFadyen besonders grausam und blutig sein sollen. Da habe ich mich gefragt, inwieweit diese Grausamkeit mich berühren kann oder ob der Ruf selbst eher übertrieben ist.

In dem ersten Band „Die Blutlinie“ gefiel mit nicht so gut, dass das Klischee eines Ermittlers, der dank beruflicher Erlebnisse (die dann auch noch ins Private mit hineinreichen) psychisch bis zu einem gewissen Grad zerstört wurde, bedient wurde. Mit solchen Krimis und Thrillern hatte ich bisher schlechte Erfahrungen gemacht. Dennoch muss ich McFadyen zu Gute halten, dass er dieses Klischee nicht so stark herausgekehrt hat. Zum Beispiel hat es auf die weiteren Ermittlungen von Smoky Benett eher weniger Einfluss. Der Beigeschmack blieb jedoch bei mir.

Mit dem zweiten Band „Der Todeskünstler“ habe ich MyFadyen und seiner Ermittlerin Smoky Barrett eine zweite Chance gegeben. Und diese zweite Chance hat sich gelohnt. Ich bin zwar kein begeisterter Fan geworden, aber ich wurde etwas versöhnt.

Klappentext:
„Das Grauen ist hier. Smoky Barret riecht den Tod, als sie die Türe öffnet. Der Boden und die Wände sind mit Blut getränkt. Auf dem Bett liegen zwei tote Körper – geschändet, entstellt, ausgeweidet. Neben ihnen kauert ein Mädchen. Der Todeskünstler hat sie besucht. Seit Jahren zerstört er ihr Leben, tötet jeden, der ihr lieb ist. Er will sie in den Wahnsinn treiben und nach seinem Bild neu erschaffen. Er wird wieder zu ihr kommen…“

Diese Versöhnung fand in erster Linie auf der inhaltlichen Ebene statt. Der Täter, der sich selbst als „Künstler“ bezeichnet, ist alleine durch sein Vorgehen sehr interessant gestaltet. Dadurch ist meine Neugier geweckt worden. Eine Neugier auf das Motiv und Ziel des Täters. Denn zu den eigentlichen Opfern zählen dieses Mal nicht unbedingt die Toten, sondern vielmehr die eine Überlebende, an deren Lebensweg sich die Toten zu stapeln beginnen. Dabei ist Sarah selbst noch eine Jugendliche, deren Glück immer dann zerstört wurde, sofern es überhaupt in ihr Leben trat.

Smoky Barrett glaubt der Geschichte des Mädchens und nimmt mit ihrem Team zusammen die Spur des Täters auf. So geraten sie auf eine Reise in die Vergangenheit von Sarah und gleichzeitig werden sie Teil des Spiels des Täters. Denn möglicherweise ist ihr Eingreifen in Sarahs leben gar nicht ungeplant vom Täter wie gedacht…

Fazit:
„Der Todeskünstler“ ist ein guter Thriller, der einen unterhält und auch mit spannungsreichen Abschnitten aufwartet. Leider konnte es mich nicht ganz berühren, auch wenn das Leid und die Geschichte des Opfers wirklich übel sind. Daher kann ich auch die Brutalität und Grausamkeit, die in einem Atemzug mit McFadyen genannt werden, nicht ganz nachvollziehen. Aber das ist sicherlich subjektiv geprägt. Vielleicht bin ich schon zu abgestumpft? Keine Ahnung, ich hoffe es eigentlich nicht.
Insgesamt kann ich daher nur eine eingeschränkte Empfehlung abgeben. Denn gerade für sensible Personen kann dieser Thriller durchaus zu hart sein. Die Tatorte werden detailliert beschrieben, ebenso wie die Ausführung der Taten durch den Täter.

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